Star Trek Discovery Dilemma

Ich schicke voraus, dass es mir in erster Linie um gute Unterhaltung geht, die alle Grundregeln solider Dramaturgie berücksichtigt. Künstlerische Voraussetzungen, die Serien wie Breaking Bad, Walking Dead und Game of Thrones (letztere zumindest in den ersten Staffeln) erfolgreich machten. The Mandalorian ist ein weiteres Beispiel, wie man mit einem einfachen Plott und solider Handwerkskunst Interesse erzeugt.

Was also macht Star Trek Diskovery für viele Trekkies oder Nicht-Trekkies so uninteressant?

Nicht mehr mein Star Trek! Wirklich?

Es ist in erster Linie das übrtriebene Technogebabbel und die Angst irgendeinen, auch noch so geringfügigen Aspekt der Handlung unerklärt oder unbegründet zu lassen. Das führt zu vollkommen uninteressanten Rechtfertigungs-Dialogen und Szenarien, bei denen eventuell noch der Hardcore Fan bei der Stange bleibt. Eine andere Sache ist der von Trekkies stets herbeigebetete intellektuelle Anspruch des Franchises. Ein Anspruch den ich so noch nie erkennen konnte. Immerhin habe ich eine ganz solide Kenntnis der originalen Serie, der Next Generation Staffeln und der Kinofilme, von denen mir “Der Zorn des Kahn“ am besten gefällt, denn der macht dramaturgisch alles richtig. Lebensweisheiten, welche die Erkenntnisse einer normalen Schulbildung übersteigen, konnte ich aus Star Trek noch nie entnehmen. Für mch waren das spannende Weltraumabenteuer, und das ist schon mehr als man erwarten sollte. Dialoge, in denen irgendeine Form von etisch/morlaischer Gesinnung formuliert wurde, empfand ich immer als störend. Sie wirken immer wie Nachhilfelektionen, für all Jene, die im Schulunterricht hauptsächlich mit Kriedeholen oder Botengängen beschäftigt waren.

Immerhin hat Folge 11 der 3. Staffel von ST-Discovery wieder etwas mehr erzählerischen Anspruch und visuelle Rafinesse. Und auf diesen Punkt will ich eigentlich hinaus. Will man Anspruch haben, erzeugt man Diesen immer durch die künstlerische Ausarbeitung. Was immer man dann intellektuell oder moralisch daraus hervorzieht, bleibt dem Zuseher überlassen. Aber der gelangweilte Zuschauer, bzw. Leser, schaltet ab, oder klappt das Buch zu, ehe er Erleuchtung erlangt.

Was heißt eigentlich: “Nicht mehr mein Star Trek?“ Ich habe 1974, mit 6 Jahren, zum ersten Mal Raumschiff Enterprise gesehen und auch später noch etliche Folgen mit Freude wieder angeschaut. Was ich sah, waren Abenteuer und spannende Geschichten, die mich nie belehren wollten oder mir das Gefühl vermittelten, ich hätte etwas verpasst und müsse noch etwas lernen. Dass es dabei auch immer streng naturwissenschaftlich zuging, ist mir irgendwie entgangen. Allein die coole Form der Enterprise ist eher ein Schlag ins Gesicht der Wissenschaft. Oder irre ich mich? Manche Folgen sind hier und da auch peinlich. Inhaltlich und dramaturgisch. Kirk hatte auch immer schnell den Finger am Feuerknopf und zeigte sich dem von Trekkies so verpönten Weltraumgeballer nicht abgeneigt. Es gab auch Prügeleien und hier und da auch schlechtes Schauspiel. Jedenfalls kann ich mich an diese Dinge besser erinnern, als an angebliche Forschungsarbeiten u.ä.. Ich hatet auch immer den Eindruck, die Enterprise sei eher ein Kriegsschiff und nicht die schwach bewaffnete Beagle. Wie kommt es also, dass ein Trekkie meint es sei nicht mehr sein Star Trek? Ich denke es kommt von einem falschen Bild dessen, was Star Trek mal war, wozu es in Next Generation mutierte und was man gerne ausblendet.

Fazit: Ich und gewiss auch die grosse Mehrheit, sehe mir Filme und Serien an, oder lese Bücher um gut unterhalten zu werden, anstatt Predigten zu hören oder das Gefühl zu haben es mit einem Ratgeber zu tun zu haben. Ich ziehe mehr intellektuelle Befriedigung aus einem Medium, sei es ein Buch, ein Film oder eine Serie, wenn sie mich nicht langweilt, künstlerischen Anspruch besitzt und mich mit auf die Reise nimmt. Reisen bildet auch in diesem Fall.

Allan Stark

Allan Joel Stark, wurde 1968 in New York geboren, lebt aber seit dem 5. Lebensjahr in München. Zeichner, Maler, Schreiber, phantasiebegabter Wanderer, zwischen den Welten. Schon früh fiel er seinen Freunden durch diese Eigenschaften auf. Die Erschaffung seines NOMADS Kosmos, scheint geradezu vorherbestimmt. Starks künstlerische Fähigkeiten, bereichern diesen Kosmos, dessen Grundlagen er schon in frühen Jugendjahren gelegt hat. In den Jahren zwischen 1988 und 2010, lebte er gewissermaßen aus dem Koffer und suchte das Abenteuer auf verscheidenen Kontinenten. Ein ereignisreiches Jahr in Tansania prägte seine Sicht auf archaische Gesellschaften und deren spirituellen, bzw. kulturellen Reichtum. Armut und Reichtum, gepaart mit der Südseeidylle auf den Philipien, hinterließen bei ihm einen nachhaltigen Eindruck. Die USA durchreiste er einige Male und lernte die Unterscheidlichkeit der einzelnen Bundesstaaten und ihrer Bewohner kennen. Die Erfahrungen aus jener Zeit, fliessen in seine Texte ein und sind Inspirationsquelle für fremde, ausserirdische Kulturen, die er in seinen Romanen beschreibt. "Ich habe die Welt als einen dynamischen Kosmos erlebt, in dem alles miteinander verbunden ist, voneinander schöpft und sich beeinflusst. Nichts bleibt ohne Ausgleich. Ein geschlossenes System, in dem alle unsere Taten auf uns zurückfallen." A.J. Stark ist erfolgreicher Selfpublisher, arbeitet aber auch mit verschiedenen Verlagen zusammen, bei denen er seine Romane veröffentlcht. Sein Genre ist die Spaceopera, in die etliche Fantasy Elemente einflißen und in dem er seine künstlerische Freiheit am besten ausleben kann. Als Künstler bestritt er mehrere Ausstellungen und verkaufte seine Bilder über verscheidenen Galerien. Er illustriert die meisten seiner Bücher selbst.

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