Immer wieder geht es in den SF Foren heiss her, wenn es um den Kanon einesgeliebten Franchises geht. Sei es Star Wars, Star Trek oder einem anderen beliebigen Kosmos. Dabei spreche ich im Folgenden nicht von Büchern, sondern von Filmen und Serien, der angesprochenen Franchises.

Natürlich ist es wichtig, einem Kanon treu zu sein. Was mir aber oft, oder fast immer, zu kurz kommt, ist die Frage nach der Dramaturgie eines Filmes oder einer Serie. Ich argumentiere hier als Kinogänger und interessierter Zuseher vor dem Bildschirm. Während ich mir bei etlichen fimischen Entscheidungen an den Kopf fasse, diskutieren andere Fans über den Inhalt und führen Debatten über das wie und warum eines Dialoges oder einer Szene. Die kann noch so schlecht sein. Was auch immer dem Kanon entspricht, wird über den Klee gelobt, während ich mir sage; omg! merkt denn niemand wie schlecht das ist. Ein Beispiel sind die Star Wars Prequels. Sie sind ohne Zweifel grossartig, was das Worldbuiding angeht. Oder die Philosophie der Jedi, bzw. der Sith. Zunehmend finde ich unter den Fans Leute, denen die Prequels inzwischen wahnsinnig gut gefallen, weil sie etliche Details toll finden, die für sie Referenzen zu Büchern liefern, die sie gelesen haben. Und ich freue mich für sie. Aber um Himmels Willen, wie übel ist die Dramaturgie. Man kann es zum Teil kaum ertragen, wenn man eine einfallslose Kameraführung, drögen Schnitt und von mangelnder Dramatik gelangweit wird, wenn die Story Spannung vermitteln sollte. Selbst Williams, der sich bei allen 9 Teilen ins Zeug gelegt hat, vermag der laienhaften Inszenierung, bis auf wenige Momente, kaum Dynamik einzuhauchen.

Ein Höhepunkt in Sachen inszenierung für mich der Moment in Episode3 – Die Rache der Sith, in der anakin gedankenverloren über das Häusermeer von Coruscant hinwegblickt, ehe er sein Schicksal erfüllt. Diese Szene besitzt alles, was ich von einem guten Film verlange.

Ein weitere Höhepunkt, der von Puristen jedoch verflucht wird, ist das Holdo Maneuver. Sehen etliche darin einen Verrat, an den Grundlagen des Star Wars Kosmos, geniesse ich einfach nur die Szene. Den Schnitt, die Bilder, die Musik. Dafür ist Kino gemacht. Und genau solche Bilder wollte Lucas für die große Leinwand schaffen.

Wie denkt Ihr?