The Mandalorian – Grosses Kino?

Achtung! Es folgen Spoiler!

Die 2. Staffel von The Mandalorian ist beendet. Was lässt sich abschließend sagen? Ist es grosses Kino, was wir gesehen haben? Hat die Serie, die Erwartungen der Fans befriedigt? Ist Star Wars gerettet?

Was bedeutet der Begriff “Grosses Kino“? Es bedeutet exotische, grandiose Orte. Interessante Darsteller in solide geschriebenen und glaubhaften Rollen. Eine gute, einfache oder komplexe Handlung, die schlüssig ist, sowiezu überraschen und zu faszinieren vermag. Gewürzt mit einer guten Prise Action. Eine Geschichte, die eine Seite in uns zum klingen bringt und uns das Gefühl gibt, etwas Wichiges gesehen zu haben. Es bleibt die Frage, hat The Mandalorian das alles geliefert?

Was die Orte und Szenen angeht, muss sich die Serie nicht vor den großen Kinoproduktionen verstecken. Ich wüsste jedenfalls nicht, was ich an den Bildern zu kritisieren hätte. Lediglich am Inneren des Gefängnistransporters, in Staffel 1 Kapitel 6: Der Gefangene, merkt man das anfänglich noch etwas “knappe“ Budget. Man darf nicht vergessen, dass The Mandalorian ein Testballon war, den Jon Favreau gestartet hat, und dessen Erfolg, aufgrund des Tumultes und der Unzufriedenheit der Fans mit Star Wars Ep 8: Die letzten Jedi, nicht fest stand. Star Wars war bis dahin immer ein sicherer Wurf, für Investoren. Ep 8 und auch Solo-A Star Wars Story waren ein nötiges Desaster, um die Macher daran zu erinnern, dass auch der Kino T-Rex Star Wars, verwundbar ist. Ein notwendiger Schuss vor den Bug, in Zukunft Qualität zu liefern. Evtl. ist das ein Aspekt für einen anderen Blog. Aber weiter im Thema. Disney hat also von der Aussatttung her alles Richtig gemacht und uns an etliche exotische Orte entführt. Grandiose Kulisse ? Geliefert!

Die Handlung ist simpel und niemand soll sagen, dass es einfach ist, eine einfache Handlung zu stricken. Es ist nicht leicht, zu erkennen, was lediglich Beiwerk ist, die Dramaturgie stört und weggelassen werden kann. Erklär-Wut, Tecno-Babbel oder das zwanghafte Verlangen eine Moral zu vermitteln, kann das Vergnügen schnell verderben. Ich will nicht sagen, dass The Mandalorian keine moralische Message hat. Ganz und gar nicht. Aber sie wird nicht ständig zitiert, oder mit aufgesetzten Dialogen unterfüttert, weil der Autor denkt, er müsse dem Nerd verpasste Schulbildung vermitteln. Am Ende der 2. Staffel ist jeder befriedigt, denn Din Djarin hat seine Mission – wenn auch etwas holprig – erfüllt. Zum Schluss weint er. Jedenfalls beinahe, um genau zu sein und bleibt dem Setting des Charakters damit treu. Aber der Zuseher weint für ihn. Jedenfalls ging es mir so. Und das hinzubekommen ist eine großartige Leistung.

Auch die Nebencharaktäre sind in sich schlüssig und unterstützen die Hauptrolle, ohne sie in den Schatten zu stellen. Besonders positiv ist
Bill Burr
zu nennen, der einige grossartige Momente hat. Nicht zuletzt besticht auch Temuera Morrison in einer sehr kraftvollen Darstellung, die einen glaubhaften, zornigen Boba Fett, vermittelt und ihm in einer Post Credit Szene einen beeindruckenden Auftritt verschafft. Nicht zuletzt erhält Luke Skywalker eine Szene, wie sie die Fans, seit Episode 7 erwartethaben und in Episode 8 so maßlos enttäuscht wurden. Die Fan-Reaktionen auf Youtube liefern den Beweis, dass auch dieser Charakter auf die richtige Art und Weise gehandhabt wurde.

Was ist zu Spannung und Action zu sagen? Es gibt etliche Momente, die so rasant und gut geschnitten sind, das die Liste zu lang wäre, sie hier aufzuführen. Ich will daher nur den Auftritt von Ahsoka Tano nennen, der in allen Momenten grossartig war. Auch der Kampf auf dem Truck, in dem sich Mando in einer Sturmtruppen Rüstung behaupten muss, ist perfekt inszeniert und geschnitten. Man hat sich Mühe gegeben, die ganze Szene glaubhaft zu gestalten und das ist wirklich gelungen.

Welche Seite hat The Mandalorian also im Zuschauer zum schwingen gebracht? Das muss natürlich jeder selber beantworten. Aber ich denke, dass es jeden Fan berührt hat, wie sich Mando verändert und bereit ist, alte Konventionen abzulegen, um sein Herz zu entdecken. Eine neue Denkweise, die ihn veranlasst, den Helm abzunehmen und sich dem Kind wahrhaft zu erkennen zu geben. Weicher Kern in harter Beskar-Schale. Mich erinnerte es an den Zauberer von Oz, in dem der Blechmann am Ende merkt, dass er die ganze Zeit über ein Herz hatte, das ihn drängte Dorothy zu retten. Einen besseren Abschluss, bzw. Höhepunkt der Serie, hätte man sich nicht wünschen können.

Ja! Disney hat geliefert. Weiter so!

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Allan Stark

Allan Joel Stark, wurde 1968 in New York geboren, lebt aber seit dem 5. Lebensjahr in München. Zeichner, Maler, Schreiber, phantasiebegabter Wanderer, zwischen den Welten. Schon früh fiel er seinen Freunden durch diese Eigenschaften auf. Die Erschaffung seines NOMADS Kosmos, scheint geradezu vorherbestimmt. Starks künstlerische Fähigkeiten, bereichern diesen Kosmos, dessen Grundlagen er schon in frühen Jugendjahren gelegt hat. In den Jahren zwischen 1988 und 2010, lebte er gewissermaßen aus dem Koffer und suchte das Abenteuer auf verscheidenen Kontinenten. Ein ereignisreiches Jahr in Tansania prägte seine Sicht auf archaische Gesellschaften und deren spirituellen, bzw. kulturellen Reichtum. Armut und Reichtum, gepaart mit der Südseeidylle auf den Philipien, hinterließen bei ihm einen nachhaltigen Eindruck. Die USA durchreiste er einige Male und lernte die Unterscheidlichkeit der einzelnen Bundesstaaten und ihrer Bewohner kennen. Die Erfahrungen aus jener Zeit, fliessen in seine Texte ein und sind Inspirationsquelle für fremde, ausserirdische Kulturen, die er in seinen Romanen beschreibt. "Ich habe die Welt als einen dynamischen Kosmos erlebt, in dem alles miteinander verbunden ist, voneinander schöpft und sich beeinflusst. Nichts bleibt ohne Ausgleich. Ein geschlossenes System, in dem alle unsere Taten auf uns zurückfallen." A.J. Stark ist erfolgreicher Selfpublisher, arbeitet aber auch mit verschiedenen Verlagen zusammen, bei denen er seine Romane veröffentlcht. Sein Genre ist die Spaceopera, in die etliche Fantasy Elemente einflißen und in dem er seine künstlerische Freiheit am besten ausleben kann. Als Künstler bestritt er mehrere Ausstellungen und verkaufte seine Bilder über verscheidenen Galerien. Er illustriert die meisten seiner Bücher selbst.

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