Fan - Power

Was mich seit meinem Besuch auf einer Fantastik Con im Jahre 1997 begeistert hat, war die Energie, die Fans der verschiedenen SF oder Fantasy Welten aufbringen, um ihren Helden zu huldigen. Die Fantasie scheint dabei alles Maß zu überschreiten und auch manchmal den guten Geschmack. Aber ok, das alles vermittelt zumindest einen Eindruck davon, wie sehr das jeweilige Universum das Leben und die Kreativität eines Fans beeinflusst oder befeuert.

Zu meiner Jugendzeit – das war so am Ende der Steinzeit – begnügte man sich damit, ein Vader oder Cylonenkostüm aus Pappe zu basteln, es liebevoll zu lackieren oder mit Alufolie zu überziehen und damit im Zimmer oder rauf Faschingspartys herumzustolzieren. Ein ziemlich dürftiges Vergnügen, mit dem man sich eher alleine und sonderbar fühlte. Wie toll ist es, hunderten, manchmal tausenden fröhlicher Nerds zu begegnen, die sich als Klingonen, Stormtrooper, Gandalfs, Orks, Vaders oder Saurons verkleidet haben und aus ihrem Anderssein einen Kult machen. Und das in Kostümen, die so perfekt sind, dass sie sogar für professionelle Filmemacher Verwendung finden. Stichwort 501 Legion. Es treibt mir die Schamesröte ins Gesicht, wenn ich Fotos meiner Basteleien ansehe, die ich damals für überaus gelungen hielt. Was für eine tolle Zeit Fan zu sein und sich die benötigten, hochauthentischen Props im Internet bestellen kann.

Darüber hinaus habe ich etliche Leute kennengelernt, die sich dem Bereich Fan-Fiction hingeben und sich auf eher geistiger Ebene, mit ihrer Lieblingswelt auseinandersetzen.

Das ist der Punkt, der mich jetzt am meisten fasziniert.

Im Fanfiction Bereich finden sich Menschen wieder, die von vielen Motiven getrieben sind, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Zum einen ist es das Eintauchen in einen anderen Kosmos. Welten und Kulturen zu erschaffen, die man gleich einen Schöpfergott gestalten kann. Autoren, die ihre Helden in Szenen platzieren, in denen sie sie gerne sehen würden, oder in denen sie sie gerne gesehen hätten. Andere treibt der Zorn, weil sie denken, ihre geliebten Helden seien nicht richtig behandelt worden und finden Befriedigung darin, ihnen das Setting zu geben, das sie verdienen. Ich kenne inzwischen einige Fan-Fiction Autoren, deren Ansichten mich sehr interessieren. Auch wenn ich etliche Vorstellungen nicht teile und sie eher für seltsam halte, ist es doch spannend zu sehen, in welche Richtungen sich die Geschichten um die Helden aus Star Wars, Star Trek, Dune, Der Herr der Ringe u. ä. bewegen. Manches davon hätte echt Kinoformat.

Ich selbst bin Autor und habe sowohl für Verlage und als Selfpublisher eine ganze Reihe von NOMADS Romanen veröffentlicht. Schon immer liebäugle ich mit dem Gedanken ein paar alternative, oder kanonische Geschichten zu schreiben, die im Star Wars Universum angesiedelt sind. Schließlich war es der Krieg der Sterne, der mir die kreative Initialzündung bescherte, dir mich zum Künstler machte. Natürlich begebe ich mich damit auf ein Terrain, der mir Spott und Ärger von Puristen einbringen wird, die mir gewiss mangelndes Wissen und Verrat an der Idee von Star Wars unterstellen werden. Wie auch immer. Ich versuche stets, fair zu sein, was die verschiedenen Sichtweisen angeht. Auch wenn der ein oder andere das nicht so erkennen mag. Daher hoffe ich auf Nachsicht, wenn ich mich demnächst mal daran mache eine alternative Story zu den Sequels zu schreiben.

Wer hat Anregungen?